GFA TS 981: Ampel oder Vorwarnung funktioniert nicht

Kurzdiagnose: Bei GFA TS 981 mit Fehlerbild Ampel oder Vorwarnung funktioniert nicht zuerst Versorgung, Freigabekette, passenden Eingang und Sicherheitselemente messen. Keine Teile auf Verdacht tauschen: erst Eingang, dann Ausgang, dann Last prüfen.

Sicherheit: Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Sicherheitskontakte nicht dauerhaft überbrücken. Eine Brücke ist nur als kurzzeitige Messhilfe durch Fachpersonal zulässig und muss sofort wieder entfernt werden.

Fehlerbild

Was macht die Anlage?Tor/Brücke fährt, aber Ampel, Rundumleuchte, Hupe oder Vorwarnung bleibt aus.
Was macht sie nicht?Das Warnsignal schaltet nicht passend zur Bewegung oder Freigabe.
Wann tritt der Fehler auf?nach Leuchtmitteltausch, Steuerungstausch, Parameteränderung oder Kurzschluss an Lampe.
Dauerhaft oder sporadisch?sporadisch bei loser Klemme, Feuchtigkeit im Signalgeber oder Relaiskontakt mit Abbrand.

Erste Entscheidung: Kommt der Befehl an der Steuerung an? Wenn nein: Taster, Funk, externe Freigabe und Leitung prüfen. Wenn ja: Sicherheitskreis, Endlagen, Ausgang und Last prüfen.

Wahrscheinlichste Ursachen – nach Trefferquote sortiert

Reihenfolge Ursache Schnelltest
1 Leuchtmittel/Signalgeber defekt Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren.
2 Versorgung 24 V oder 230 V fehlt 230/400 V Eingang und 24 V DC unter Last messen; Sicherungen auf Durchgang prüfen.
3 Relaisausgang falsch parametriert oder defekt Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren.
4 Kabel zur Ampel unterbrochen Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren.
5 Freigabe-/Endlagensignal fehlt Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen.

Sofortprüfung am Schaltschrank

Diese Prüfungen bringen den Fehler meistens schneller ans Licht als ein kompletter Steuerungstausch.

Nr. Wo prüfen? Wie prüfen? Sollwert / Erwartung
1 Direkt an Steuerung und Bauteil Signalgeber direkt mit passender Spannung testen. Soll: Lampe/Hupe funktioniert. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan
2 Steuerung/X5/X6 Sensorversorgung Versorgung am Ausgang messen. Soll: 24 V DC oder 230 V AC laut Schaltplan bei aktivem Signal. 22–28 V DC stabil, auch beim Befehl
3 Direkt an Steuerung und Bauteil Relais klicken hören und Kontakt messen. Soll: Kontakt schließt <1 Ω. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan
4 Direkt an Steuerung und Bauteil Parameter Vorwarnung/Ampel prüfen. Soll: Ausgang auf richtige Funktion gestellt. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan
5 Direkt an Steuerung und Bauteil Kabel zur Ampel auf Durchgang prüfen. Soll: <1 Ω je Ader, kein PE-Schluss. < 1 Ω geschlossen, offen bei Betätigung
6 Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü Endlagen/Freigabe prüfen. Soll: Steuerung weiß, wann Warnung schalten soll. Endlagenstatus passt zur realen Torposition

Messwerte, LED-Zustände und Eingänge

Messpunkt Bewertung
24 V DC oder 230 V AC am Signalgeber Fehlt oder bricht sie ein, zuerst Netzteil, Sicherung, Kurzschluss in Sensorik und Klemmen prüfen.
Relaiskontakt <1 Ω geschlossen Messwert mit Typenschild und Schaltplan vergleichen; Abweichung gezielt eingrenzen.
Sicherung Signalkreis Durchgang Springende Werte zeigen Wackelkontakt, gebrochene Leitung oder schlechten Schalter.
Ausgangs-LED Relais an/aus Keine LED-Änderung bedeutet: Befehl/Sensor kommt nicht an oder Eingang falsch parametriert.
Durchgang Ampelleitung Springende Werte zeigen Wackelkontakt, gebrochene Leitung oder schlechten Schalter.

Wichtig: Spannung immer unter Last prüfen. 24 V im Leerlauf können gut aussehen und beim Start trotzdem zusammenbrechen.

Herstellerbezogene Prüfung: GFA TS 981

Bei GFA TS970/TS971/TS981 liefern X5, X6 und die Türblatt-/ST-Kreise die schnellsten Treffer. X6.1-X6.2 ist bei Lichtschrankenfehlern besonders wichtig, X5.1-X5.4 bei fehlenden Befehlen.

Relevante Klemmen und Baugruppen

Klemme / Baugruppe Warum hier prüfen?
X5.1 bis X5.4 = externe Befehlsgeräte. AUF/ZU/STOP/Impuls am Eingang prüfen. Hier sieht man, ob der Befehl wirklich ankommt.
X6.1 bis X6.2 = Lichtschranke bzw. Durchfahrtslichtschranke. Kontakt muss je nach Funktion schließen/freigeben. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.
Bei TS 981 zusätzlich X15.1 bis X15.4 für externe Befehlsgeräte außen prüfen. Hier sieht man, ob der Befehl wirklich ankommt.
ST/ST+ bzw. Türblatt-/Klemmenkasten: Schlupftür, Seilschlaffschalter und Sicherheitskante prüfen. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.
X2-Steckverbindung zum Türblattmodul/Klemmenkasten auf festen Sitz prüfen. Hier prüfen, ob Ausgang, Motor und Bremse elektrisch versorgt werden.

Fehlercodes, LED-Zustände oder Meldungen

Meldung / Zustand Nächster Schritt
F2.1: Lichtstrahl unterbrochen oder X6.1-X6.2 offen. Lichtschranke reinigen, ausrichten, Versorgung und Kontakt prüfen.
F2.8: Prüfung der pneumatischen Sicherheitsleiste negativ. Schließkante, Widerstand, Optosensor, Spiralkabel und Parameter prüfen.
F2.9: optische Schließkante ausgelöst oder beschädigt. Schließkante, Widerstand, Optosensor, Spiralkabel und Parameter prüfen.
F5.6: Laufzeit überschritten; Laufzeit und Mechanik prüfen. Mechanik, Laufzeitparameter, Motorstrom und Endlagen prüfen.
Meldung „No safety edge“: Sicherheitskante, WSD oder Spiralleitung prüfen. Schließkante, Widerstand, Optosensor, Spiralkabel und Parameter prüfen.

Parameter, die zum Fehlerbild passen

Parameter / Funktion Prüfung
Betriebsart .3/.4 für Automatikfunktionen Falsch eingestellt führt zu Totmannbetrieb oder fehlendem Impulsbetrieb.
Laufzeitüberwachung Zu knapp eingestellt führt zu Start/Stopp, Reversieren oder Thermofehler.
Vorendschalter S5 Falsch gelernt verhindert Endlagenmeldung und Referenzfahrt.
SKS-Art optisch/8k2/pneumatisch Falsch parametriert blockiert ZU oder Automatik.
WSD-Funkmodul angelernt Falsch gelernt verhindert Endlagenmeldung und Referenzfahrt.
Automatischer Zulauf/Vorwarnung Bestimmt, wann Signalgeber schalten.

Bekannte Schwachstellen aus der Praxis

Schwachstelle Praktische Prüfung
offene Klemmen X6.1-X6.2 durch verschobene Lichtschranke Reinigen, ausrichten, Versorgung messen, Relaiskontakt testen.
defekter WSD-Sender oder leere Batterie Stecker sichern, Sensor betätigen, Endlagen neu lernen.
Aderbruch im Spiralkabel Adern einzeln messen und Leitung bewegen; Wert darf nicht springen.
Schlupftürkontakt im Türblattkasten offen Kontakt mechanisch drücken, elektrisch messen und während Bewegung beobachten.
Bremse löst nicht sauber Bremsenspannung messen, Lösen hören, mechanisches Schleifen prüfen.

Typische Fehlerursache aus der Praxis

Nach einem Kurzschluss an der Rundumleuchte ist oft nicht nur die Sicherung defekt, sondern auch der Relaiskontakt angebrannt.

Bei GFA TS 981 besonders beachten: Bei TS-Steuerungen immer Fehlercode und X5/X6/ST-Kreis notieren, bevor quittiert wird.

Schritt-für-Schritt-Reparatur

  1. Anlage sichern: Bereich absperren, Fahrweg freimachen, Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern.
  2. Bauteil eingrenzen: Für dieses Fehlerbild zuerst Relaisausgang, 24/230-V-Versorgung, Leuchtmittel oder Parameter schaltet nicht prüfen, dann erst Motor oder Steuerung verdächtigen.
  3. Signalgeber / Relaisausgang / Sicherung lokalisieren: Klemme, Leitung und Bauteil anhand der Beschriftung und des Schaltplans markieren. Vor dem Abziehen Fotos machen.
  4. Messung durchführen: Versorgung, Eingang, Kontakt/Widerstand und LED-Zustand messen. Ergebnis notieren; kein Teil tauschen, nur weil es „verdächtig aussieht“.
  5. Bauteil tauschen oder instand setzen: Signalgeber / Relaisausgang / Sicherung nur gegen passenden Typ nach Typenschild/Schaltplan ersetzen. Klemmen festziehen, Zugentlastung setzen, Leitung gegen Scheuern sichern.
  6. Funktionstest: Einzelfunktion am Eingang prüfen, dann komplette AUF- und ZU-Fahrt durchführen. Fehlerhistorie erneut kontrollieren.
  7. Sicherheitsprüfung: Not-Halt, Lichtschranke, Schließkante/SKS, Schlupftür und Endlagen aktiv testen. Bei Automatiklauf Reversierung und Vorwarnung dokumentieren.

Ersatzteilhinweis

Typisches Ersatzteil: Signalgeber / Relaisausgang / Sicherung

Funktion: Diese Teile schalten die optische oder akustische Warnung. Bei sicherheitsrelevanter Vorwarnung muss die Funktion nach Reparatur dokumentiert werden.

Austausch: Anlage spannungsfrei schalten, Klemmenbelegung fotografieren, Adern beschriften, Bauteil ersetzen, Klemmen nachziehen, Zugentlastung prüfen und danach Messwert/Funktion erneut dokumentieren.

Weitere Teile, die man bei dieser Anlage im Blick haben sollte:

  • GFA TS970/TS971/TS981 Steuerung
  • WSD-Türmodul oder Spiralkabel
  • Lichtschranke für X6
  • Sicherheitsleiste optisch/8k2/pneumatisch
  • Bremsgleichrichter/Bremse
  • Endschalter/AWG

Praxisfall

Punkt Beschreibung
Fehlerbild Tor fährt, Rundumleuchte bleibt dunkel.
Diagnose 230 V kamen am Ausgang an, aber nicht an der Leuchte.
Ursache Kabelbruch im Übergang zum Torrahmen.
Lösung Leitung ersetzt, Zugentlastung gesetzt, Vorwarnzeit geprüft.
Zeitaufwand 40 Minuten

Abschlussprüfung nach der Reparatur

  • Mindestens drei komplette Fahrzyklen AUF/ZU ohne Fehlermeldung durchführen.
  • Not-Halt betätigen: Anlage muss sofort stoppen und darf erst nach Entriegelung wieder freigeben.
  • Lichtschranke während ZU-Fahrt unterbrechen: Schließfahrt muss stoppen oder reversieren, je nach Anlage.
  • Schließkante/SKS mit geeignetem Prüfkörper testen: Reaktion und Reversierweg prüfen.
  • Endlagen AUF/ZU prüfen: Anzeige, Verriegelung, Ampel/Freigabe müssen korrekt umschalten.
  • Messwerte, getauschtes Ersatzteil und Fehlercode im Wartungsprotokoll dokumentieren.

Hinweis: Klemmenbezeichnungen können je nach Baujahr, Optionsplatine und Ausführung abweichen. Maßgeblich bleibt immer der Schaltplan der konkreten Anlage.

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