Hörmann Steuerung 560: Reagiert nicht auf Auf-Befehl – Ursache prüfen und Fehler beheben

Hörmann Steuerung 560: Reagiert nicht auf Auf-Befehl

Kurzdiagnose: Bei Hörmann Steuerung 560 mit Fehlerbild Reagiert nicht auf Auf-Befehl zuerst Versorgung, Freigabekette, passenden Eingang und Sicherheitselemente messen. Keine Teile auf Verdacht tauschen: erst Eingang, dann Ausgang, dann Last prüfen.

Sicherheit: Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Sicherheitskontakte nicht dauerhaft überbrücken. Eine Brücke ist nur als kurzzeitige Messhilfe durch Fachpersonal zulässig und muss sofort wieder entfernt werden.

Fehlerbild

Was macht die Anlage?Die Steuerung ist eingeschaltet, aber beim AUF-Taster, Funkimpuls oder externen AUF-Signal startet keine Öffnungsfahrt.
Was macht sie nicht?Motor, Schütz oder Antrieb bekommen keinen verwertbaren Startbefehl für AUF.
Wann tritt der Fehler auf?meist nach Wartung, nach Tor-ZU-Endlage, nach Stromausfall oder nach Betätigung von Not-Halt/Schlupftür.
Dauerhaft oder sporadisch?sporadisch bei Wackelkontakt im Taster, Funkempfänger, STOP-Kreis oder in der Spiralleitung.

Erste Entscheidung: Kommt der Befehl an der Steuerung an? Wenn nein: Taster, Funk, externe Freigabe und Leitung prüfen. Wenn ja: Sicherheitskreis, Endlagen, Ausgang und Last prüfen.

Wahrscheinlichste Ursachen – nach Trefferquote sortiert

Reihenfolge Ursache Schnelltest
1 STOP-/Not-Halt-/Schlupftürkreis offen Ruhestromkreis Klemme für Klemme messen, nicht nur Sichtprüfung.
2 AUF-Taster, Funkempfänger oder externer AUF-Eingang ohne Signal Befehl direkt am Eingang messen; LED muss beim Tastendruck wechseln.
3 24-V-Steuerspannung oder Eingangssicherung fehlt 230/400 V Eingang und 24 V DC unter Last messen; Sicherungen auf Durchgang prüfen.
4 Endlage AUF/ZU oder Referenz verhindert den Start Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen.
5 Hauptschütz, Bremse oder Motorfreigabe wird nicht geschaltet Mechanik entriegeln, Bremse prüfen, Motorstrom messen.

Sofortprüfung am Schaltschrank

Diese Prüfungen bringen den Fehler meistens schneller ans Licht als ein kompletter Steuerungstausch.

Nr. Wo prüfen? Wie prüfen? Sollwert / Erwartung
1 AUF-/START-Eingang AUF-Taster direkt an der Steuerung betätigen und Eingang beobachten. Soll: Eingang wechselt eindeutig von 0 auf 1 bzw. LED leuchtet. LED/Input wechselt eindeutig und flackert nicht
2 X69 (+24 V) gegen X60 (GND), sofern vorhanden 24 V DC an der Zubehörversorgung messen. Soll: 22–28 V DC stabil auch beim Tastendruck. 22–28 V DC stabil, auch beim Befehl
3 STOP-/Not-Halt-/Schlupftürkreis STOP-/Not-Halt-Kreis ohne Brücke prüfen. Soll: geschlossener Kreis, Durchgang < 1 Ω im spannungsfreien Zustand. < 1 Ω geschlossen, offen bei Betätigung
4 AUF-/START-Eingang AUF-Eingang gegen 0 V oder Eingangsklemme messen. Soll: Signaländerung beim Befehl, keine Dauerspannung durch Fremdgerät. LED/Input wechselt eindeutig und flackert nicht
5 Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü Endlagenstatus prüfen. Soll: ZU-Endlage erkannt, AUF-Endlage nicht aktiv. Endlagenstatus passt zur realen Torposition
6 Direkt an Steuerung und Bauteil Schütz-/Relaisausgang für AUF beim Befehl messen. Soll: Ausgang schaltet, sofern Sicherheitskette frei ist. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan

Messwerte, LED-Zustände und Eingänge

Messpunkt Bewertung
230 V AC L/N oder 400 V AC zwischen Phasen an der Einspeisung Fehlt eine Phase oder L/N, liegt der Fehler vor der Steuerlogik: Einspeisung, Hauptschalter, Sicherung, Motorschutz.
24 V DC Sensor-/Steuerspannung Fehlt oder bricht sie ein, zuerst Netzteil, Sicherung, Kurzschluss in Sensorik und Klemmen prüfen.
Durchgang STOP-Kreis < 1 Ω Springende Werte zeigen Wackelkontakt, gebrochene Leitung oder schlechten Schalter.
Eingangs-LED AUF schaltet bei Befehl Keine LED-Änderung bedeutet: Befehl/Sensor kommt nicht an oder Eingang falsch parametriert.
Schützspule je nach Typ 24 V DC, 230 V AC oder 400 V AC laut Typenschild Fehlt oder bricht sie ein, zuerst Netzteil, Sicherung, Kurzschluss in Sensorik und Klemmen prüfen.

Wichtig: Spannung immer unter Last prüfen. 24 V im Leerlauf können gut aussehen und beim Start trotzdem zusammenbrechen.

Herstellerbezogene Prüfung: Hörmann Steuerung 560

Bei Hörmann 560 immer erst 24 V DC für Peripherie und Freigabekette prüfen. X93, X69 und X60 sind wichtige Messpunkte, bevor die Steuerung vorschnell getauscht wird.

Relevante Klemmen und Baugruppen

Klemme / Baugruppe Warum hier prüfen?
X93 = Netzanschluss der Steuerung. L/N bzw. Phasen zuerst messen. Ohne stabile Einspeisung sind alle Folgemessungen wertlos.
X69/1 = +24 V DC für Signalleuchten/Peripherie, sofern diese Ausführung verbaut ist. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.
X60/1 = GND/0 V der 24-V-Versorgung. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.
X71/X90 = Bereich Signalleuchten/Peripherie je nach Schaltplan. Bauteil kann den Freigabe- oder Sicherheitskreis beeinflussen.
Sicherheits- und Freigabekreis: STOP, Schlupftür, Lichtschranke und Verriegelungen anhand der Hörmann-Klemmleiste prüfen. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.

Fehlercodes, LED-Zustände oder Meldungen

Meldung / Zustand Nächster Schritt
Anzeige vor Reset fotografieren; Funktionsnummer und rechten Punkt im Display notieren. Ruhestromkreis, Not-Halt, Schlupftür, Seilschlaff und Wartungsschalter prüfen.
Bei BlueControl/Bluetooth-Ausführung Verbindung erst nach Spannungs- und Sicherheitsprüfung nutzen. FU-Code sichern, Motorstrom, Rampen, Bremse und Mechanik prüfen.
Keine Freigabe: STOP-/Sicherheitskette und 24-V-Peripherie zuerst prüfen. Ruhestromkreis, Not-Halt, Schlupftür, Seilschlaff und Wartungsschalter prüfen.
Endlagenfehler: WA/ITO-Antrieb, Geberleitung und Referenzfahrt prüfen. Geber, Endschalter, Steckverbindung und Lernfahrt prüfen.

Parameter, die zum Fehlerbild passen

Parameter / Funktion Prüfung
Funktionsnummern für Betriebsart und Zusatzmodule Falsch eingestellt führt zu Totmannbetrieb oder fehlendem Impulsbetrieb.
BlueControl/Bluetooth aktiv oder deaktiv Parameter mit Ist-Zustand vergleichen und Änderung dokumentieren.
Endlagen/Referenzfahrt Falsch gelernt verhindert Endlagenmeldung und Referenzfahrt.
Lichtschranke/Sicherheitsleiste Falsch parametriert blockiert ZU oder Automatik.
Verriegelung Tor/Verladetechnik Parameter mit Ist-Zustand vergleichen und Änderung dokumentieren.
Ampel-/Signalleuchtenausgang Bestimmt, wann Signalgeber schalten.

Bekannte Schwachstellen aus der Praxis

Schwachstelle Praktische Prüfung
GND- oder +24-V-Klemme für Peripherie lose Sichtprüfung reicht nicht: messen, bewegen, erneut messen.
Schlupftürkontakt öffnet sporadisch Kontakt mechanisch drücken, elektrisch messen und während Bewegung beobachten.
Lichtschranke verschmutzt Reinigen, ausrichten, Versorgung messen, Relaiskontakt testen.
Verriegelung mit Verladebrücke gibt nicht frei Sichtprüfung reicht nicht: messen, bewegen, erneut messen.
Endlagengeber nach Stromausfall nicht sauber referenziert Stecker sichern, Sensor betätigen, Endlagen neu lernen.

Typische Fehlerursache aus der Praxis

Sehr häufig sitzt der Fehler nicht im Motor, sondern im offenen Schlupftürkontakt oder im nicht ankommenden AUF-Signal. Besonders nach Wartung bleibt gern ein Not-Halt gedrückt oder eine Klemme am Taster lose.

Bei Hörmann Steuerung 560 besonders beachten: Bei 560-Anlagen kommen Freigaben, Signalleuchten und Peripherie oft über 24 V. X69/X60 und Sicherheitskette zuerst prüfen.

Schritt-für-Schritt-Reparatur

  1. Anlage sichern: Bereich absperren, Fahrweg freimachen, Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern.
  2. Bauteil eingrenzen: Für dieses Fehlerbild zuerst AUF-Befehl kommt nicht an oder wird von der Sicherheits-/Freigabekette blockiert prüfen, dann erst Motor oder Steuerung verdächtigen.
  3. AUF-Taster / Funkempfänger / Schlupftürkontakt lokalisieren: Klemme, Leitung und Bauteil anhand der Beschriftung und des Schaltplans markieren. Vor dem Abziehen Fotos machen.
  4. Messung durchführen: Versorgung, Eingang, Kontakt/Widerstand und LED-Zustand messen. Ergebnis notieren; kein Teil tauschen, nur weil es „verdächtig aussieht“.
  5. Bauteil tauschen oder instand setzen: AUF-Taster / Funkempfänger / Schlupftürkontakt nur gegen passenden Typ nach Typenschild/Schaltplan ersetzen. Klemmen festziehen, Zugentlastung setzen, Leitung gegen Scheuern sichern.
  6. Funktionstest: Einzelfunktion am Eingang prüfen, dann komplette AUF- und ZU-Fahrt durchführen. Fehlerhistorie erneut kontrollieren.
  7. Sicherheitsprüfung: Not-Halt, Lichtschranke, Schließkante/SKS, Schlupftür und Endlagen aktiv testen. Bei Automatiklauf Reversierung und Vorwarnung dokumentieren.

Ersatzteilhinweis

Typisches Ersatzteil: AUF-Taster / Funkempfänger / Schlupftürkontakt

Funktion: Diese Bauteile geben die Öffnungsfreigabe oder halten die Sicherheitskette geschlossen. Bei Kontaktprellen, Feuchtigkeit oder gebrochenem Kabel kommt der Startbefehl nicht sauber an.

Austausch: Anlage spannungsfrei schalten, Klemmenbelegung fotografieren, Adern beschriften, Bauteil ersetzen, Klemmen nachziehen, Zugentlastung prüfen und danach Messwert/Funktion erneut dokumentieren.

Weitere Teile, die man bei dieser Anlage im Blick haben sollte:

  • Hörmann 560 Steuerungsmodul/Bedienteil
  • 24-V-Sicherung/Netzteil
  • Lichtschranke
  • Schlupftürkontakt
  • WA/ITO Endlagengeber
  • Signalleuchtenmodul

Praxisfall

Punkt Beschreibung
Fehlerbild AUF-Taster ohne Reaktion, Display zeigt nur Grundzustand.
Diagnose Eingangs-LED AUF blieb dunkel, 24 V lagen an.
Ursache Ader am AUF-Taster in der Bedienstelle lose.
Lösung Ader neu aufgelegt, Zugentlastung gesetzt, Eingangstest und drei Probefahrten durchgeführt.
Zeitaufwand 25 Minuten

Abschlussprüfung nach der Reparatur

  • Mindestens drei komplette Fahrzyklen AUF/ZU ohne Fehlermeldung durchführen.
  • Not-Halt betätigen: Anlage muss sofort stoppen und darf erst nach Entriegelung wieder freigeben.
  • Lichtschranke während ZU-Fahrt unterbrechen: Schließfahrt muss stoppen oder reversieren, je nach Anlage.
  • Schließkante/SKS mit geeignetem Prüfkörper testen: Reaktion und Reversierweg prüfen.
  • Endlagen AUF/ZU prüfen: Anzeige, Verriegelung, Ampel/Freigabe müssen korrekt umschalten.
  • Messwerte, getauschtes Ersatzteil und Fehlercode im Wartungsprotokoll dokumentieren.

Hinweis: Klemmenbezeichnungen können je nach Baujahr, Optionsplatine und Ausführung abweichen. Maßgeblich bleibt immer der Schaltplan der konkreten Anlage.

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